08.08.08
S-Bahn-Planung auf der Nord-Süd-Strecke ohne S 2
Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vom 08.08.2008, 10:55 Uhr
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung teilt mit:
Der Berliner Hauptbahnhof wird eine neue Nord-Süd-S-Bahnanbindung
erhalten. Dies ist das Ergebnis einer Nutzen-Kosten-Studie, die seit
Ende Juli vorliegt und von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in
Auftrag gegeben wurde. Fahrgäste werden voraussichtlich ab 2016 vom
S-Bahn-Nordring und von allen S-Bahnhöfen der Linie S 1 den
Hauptbahnhof direkt ohne Umweg über den S-Bahnhof Friedrichstraße und
die Stadtbahn erreichen.
Geplant ist der Bau einer neuen S-Bahnstrecke. Sie soll in der ersten
Ausbaustufe den Nordring über eine Westkurve vom S-Bahnhof Westhafen
und eine Ostkurve vom S-Bahnhof Wedding mit dem Hauptbahnhof verbinden.
In der zweiten Ausbaustufe soll die S-Bahn-Neubaustrecke vom
Hauptbahnhof, am Reichstag vorbei zum Potsdamer Platz geführt werden.
Östlich des Reichstaggebäudes ist ein neuer S-Bahnhof geplant. Die neue
S Bahnstrecke wird in Höhe des Brandenburger Tores in den vorhandenen
Tunnel der alten Nord-Süd-S-Bahn, der bereits 1939 im Hinblick auf eine
zweite Nord-Süd-S-Bahn 4-gleisig ausgelegt worden ist, einmünden und
ihn bis Potsdamer Platz mit nutzen.
Die Kosten für die S-Bahn-Neubaustrecke betragen ohne den geplanten
Halt am Reichstag ca. 317 Mio. EUR netto, mit Halt am Reichstag, dessen
Machbarkeit zurzeit noch untersucht wird, ca. 330 Mio. EUR netto.
Auf Grund der hohen Investitionskosten ist eine Förderung des Vorhabens
durch den Bund unerlässlich. Als Voraussetzung für eine Förderung muss
nachgewiesen werden, dass sich das Vorhaben aus gesamtwirtschaftlicher
Sicht vorteilhaft für die Fahrgäste, die S-Bahn Berlin GmbH und das
Land Berlin auswirken wird.
Durch ein S-Bahn-Bedienungskonzept, das gemeinsam mit der S-Bahn Berlin
GmbH entwickelt worden ist, konnte der Nachweis signifikanter
Verbesserungen aus verkehrlicher, gesamtwirtschaftlicher und
betrieblicher Sicht erbracht werden. Danach wird
- die neue Linie S 21 zwischen Jungfernheide und Potsdamer Platz über die Westkurve,
- die Linie S 1 (Oranienburg – Wannsee und Frohnau – Wannsee) über die Ostkurve und den Hauptbahnhof zum Potsdamer Platz und nicht mehr über die Friedrichstraße und
- die Linie S 85 vom Flughafen BBI über Ostkreuz, den Nordring, die Ostkurve, den Hauptbahnhof, den Potsdamer Platz nach Zehlendorf
verkehren.
Bei diesem Linienangebot werden auf der neuen S-Bahnstrecke zwischen
Nordring und Hauptbahnhof ca. 80 Tsd., zwischen Hauptbahnhof und
Potsdamer Platz ca. 70 Tsd. Fahrgäste pro Tag erwartet. Das
Fahrgastaufkommen auf der alten Nord-Süd-S-Bahnstrecke reduziert sich
um rd. 35 Tsd. Fahrgäste pro Tag.
Mit dem Nachweis eines positiven Nutzen-Kosten-Verhältnisses konnte
eine wesentliche Hürde zur Sicherung der Finanzierung der neuen
Nord-Süd-S-Bahnstrecke genommen werden. Die Eisenbahnunternehmen und
das Land Berlin sind übereingekommen, baldmöglichst den Antrag auf
Zuerkennung von Bundesfördermitteln für die erste Ausbaustufe der neuen
Nord-Süd-S-Bahnstrecke zu stellen. Seitens des Bundes gibt es hierzu
erste positive Signale. Die notwendige Komplementärfinanzierung durch
das Land Berlin ist gesichert. Beim Bau des Nordringes und des neuen
Hauptbahnhofes hat Berlin bereits ca. 57 Mio. EUR davon für vorgezogene
Baumaßnahmen in das Vorhaben investiert.
Der Bau der S-Bahnneubaustrecke vom Nordring zum Hauptbahnhof könnte
nach der Absicherung der Finanzierung in den Jahren 2009 bis 2015
erfolgen. Die Realisierung der zweiten Ausbaustufe vom Hauptbahnhof zum
Potsdamer Platz soll nach Fertigstellung der Baumaßnahme zur U
5-Verlängerung, etwa ab 2018, erfolgen.
08.07.08
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